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Bitte beachten Sie dass die angegebenen Pflegestufen ab 01.01.2017

nicht mehr aktuell sind!

 

 
   
Was tun, wenn ein Pflegefall plötzlich eintritt?  

1. Was versteht man unter Pflegebedürftigkeit?
2. Wie erhält man Leistungen von der Pflegeversicherung?
3. Welche Leistungen bietet die Pflegekasse an?
4. Ein Angehöriger wird pflegebedürftig - was ist zu tun?
5. Welche Pflichten bestehen, wenn das Pflegegeld bezogen wird?
6. Was passiert, wenn die Pflege durch Angehörige vorübergehend nicht mehr übernommen werden kann?
7. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn der Pflegebedürftige nicht mehr unbeaufsichtigt gelassen werden kann?
8. Weitere Beratung und Auskunft


1. Was versteht man unter Pflegebedürftigkeit?  

Pflegebedürftig im Sinne der neuen Pflegegrade sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, vorraussichtlich für mindestens sechs Monate und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.


2. Wie erhält man Leistungen von der Pflegeversicherung?  

Zunächst muss ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. In der Regel ist das die Krankenversicherung des Betroffenen. Sie schickt den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in die Wohnung des Pflegebedürftigen. Der MDK erstellt bei einem Hausbesuch ein Gutachten. Je nach Zeitaufwand wird eine Pflegestufe zugeordnet.

Um beispielsweise in die Pflegestufe I eingestuft zu werden, muss für die Körperpflege, die Ernährung oder Mobilität ein täglicher Zeitaufwand von 90 Minuten, davon allein für die Grundpflege 45 Min., erforderlich sein. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche eine hauswirtschaftliche Versorgung benötigt werden.

Gemäß diesem Gutachten entscheidet die Pflegekasse und schickt einen Pflegebescheid zu. Wenn man damit nicht einverstanden ist, kann Widerspruch eingelegt werden. Wird der Pflegebescheid akzeptiert, muss entschieden werden, wie die Pflege aussehen soll.

Sollte sich der gesundheitliche bzw. pflegerische Zustand des Pflegebedürftigen im Laufe der Zeit verschlechtern, kann man bei der Pflegekasse formlos einen Antrag auf Höherstufung stellen. Der Medizinische Dienst nimmt die Begutachtung vor und wird über die Pflegestufe neu entscheiden. Bei der Einstufung von Demenzkranken gibt es einige Besonderheiten.



3. Welche Leistungen bietet die Pflegekasse an?  
Pflegesachleistung Pflegebedürftige erhalten Grundpflege (beispielsweise Hilfe bei der Körperpflege und der Ernährung) und der hauswirtschaftlichen Versorgung (wie Einkaufen, Kochen, Waschen) durch Pflegekräfte der ambulanten Pflegedienste. In Abhängigkeit von der Pflegestufe werden die Kosten bis zu den nachfolgend angegebenen monatlichen Höchstbeträgen übernommen:
Stufe 0
225,00 €
Stufe I
450,00 €
Stufe II
1.100,00 €
Stufe III
1.550,00 €
Stufe III + Härtefall
1.918,00 €
   
Pflegegeld für eine selbst beschaffte Pflegehilfe Wird die häusliche Pflege von einer nicht erwerbsmäßig tätigen Pflegeperson (wie Angehörige, Nachbarn, Bekannte) übernommen, bezahlt die Pflegekasse ein Pflegegeld in Höhe von monatlich:
Stufe 0
120,00 €
Stufe I
235,00 €
Stufe II
440,00 €
Stufe III
700,00 €
 
         
Kombinierte Leistungen Wird der monatliche Höchstbetrag für die Pflegesachleistungen nur zum Teil in Anspruch genommen, zahlt die Pflegekasse zusätzlich ein anteiliges Pflegegeld. Dies gilt dann, wenn eine nicht erwerbsmäßig tätige Pflegeperson zur Verfügung steht.
Was ist Pflegestufe 0? Menschen die keine Pflegestufe haben, aber eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz, können Pflegegeld und Pflegesachleistungen erhalten. Die Pflegekosten für die Pflegestufe unterhalb I können nach Begutachtung durch den MDK bewilligt werden.
 
4. Ein Angehöriger wird pflegebedürftig - was ist zu tun?  
Pflegebedürftigkeit verändert das Leben eines Menschen erheblich. Davon ist das gesamte Familienleben betroffen. Sorgen und Ängste über die Organisation der Pflege und den Erhalt des Familienlebens belasten alle Angehörigen. Was kommt auf einem zu? Kann man die häusliche Pflege alleine bewältigen? Was passiert, wenn etwas falsch gemacht wird?
 
Prinzipiell kann jeder die Pflege seiner Angehörigen übernehmen. Allerdings ist gute Pflege keine einfache Angelegenheit. Viele pflegenden Angehörigen stehen dieser neuen Aufgabe oft hilflos und ängstlich gegenüber. Um die Pflege und Betreuung zu erleichtern und zu verbessern sowie pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen zu mindern, bieten wir auf Wunsch eine Schulung bei dem Pflegebedürftigen zu Hause an. Die Kosten dafür werden von der Pflegekasse getragen.
 
Die Pflege kann aber auch von einem Pflegedienst ganz oder teilweise übernommen werden. Wenn unser Pflegedienst beauftragt wird, wird bei dem Erstbesuch eine Pflegeanamnese erstellt und abgeklärt, welche Leistungen eventuell selbst erbracht bzw. welche von uns durchgeführt werden sollen. Wir bieten umfassende Beratungen und Hilfestellungen an, erstellen einen Pflegeplan sowie einen Kostenvoranschlag und informieren über die erforderliche Pflege bzw. Pflegehilfsmittel oder bei Bedarf über die Wohnraumanpassung.

5. Welche Pflichten bestehen, wenn das Pflegegeld bezogen wird?
Wird ein Antrag auf Zahlung von Pflegegeld aus der Pflegeversicherung gestellt, muss der Pflegebedürftige alle sechs Monate (bei Pflegestufe I und II) und alle drei Monate (bei Pflegestufe III) von einem ambulanten Pflegedienst einen sog. Beratungseinsatz durchführen lassen. Die Kosten hierfür trägt die Pflegekasse bzw. die private Pflegeversicherung. Diese Dienstleistung wird von unseren 3 Stationen angeboten. Bei diesem Beratungseinsatz wird die Situation des Pflegebedürftigen besprochen, auf evtl. Verbesserungen aufmerksam gemacht und praktikable Lösungen vorgeschlagen. Bei Pflegestufe 0 können diese Beratungseinsätze bei Bedarf abgerufen werden.
6. Was passiert, wenn die Pflege durch Angehörige vorübergehend nicht mehr übernommen werden kann?
Bei Urlaub, Krankheit oder sonstiger Verhinderung der Pflegeperson kann eine Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Im Kalenderjahr stehen dafür insgesamt 1.550,00 € für längstens 28 Tage zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderungspflege mindestens 6 Monate gepflegt hat. Die Höhe der Leistung ist davon abhängig, ob ein ambulanter Pflegedienst oder eine nicht erwerbsmäßige Ersatzpflegekraft die Verhinderungspflege übernimmt. Der Anspruch kann auch für den Aufenthalt in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung verwendet werden.
7. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn der Pflegebedürftige nicht mehr unbeaufsichtigt gelassen werden kann?
Pflegebedürftige in häuslicher Pflege, bei denen neben dem Hilfebedarf in der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist, erhalten zusätzliche Betreuungsleistungen von bis zu 1.200,00 € (als Grundbetrag) und bis zu 2.400,00 € (erhöhter Betrag) je Kalenderjahr. Dies gilt für altersverwirrte Personen (Demenzkranke), aber auch für geistig Behinderte und psychisch Kranke. Wir bieten dazu durch geschulte Kräfte die erforderliche Einzelbetreuung an. In unserer Sozialstation in Rothenburg findet zudem ein monatliches Gruppenangebot statt.
 
8. Weitere Beratung und Auskunft  
Informationen über alle Angebote der ambulanten Pflege erhalten Sie von unseren 3 Krankenpflegestationen in
 
Ansbach Bahnhofsplatz 11 Tel. 0981 97168-30
Lehrberg Sonnenstr. 10 Tel. 09820 1857
Rothenburg Rosengasse 27 Tel. 09861 2902
 
auf Wunsch auch gerne zu Hause.
   

Auskünfte über Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege, Pflegehilfsmittel, Umbaumaßnahmen etc. erhält man von der jeweiligen Pflegekasse.

Über die stationäre Pflege informieren neben der Pflegekasse auch gerne die Senioren- und Pflegeheime selbst.

 
     
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