Finanzielle Hilfen für Schwangere und junge Familien


1. Mutterschaftsgeld

2. Kindergeld
3. Elterngeld: Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus
4. Bayerisches Landeserziehungsgeld
5. Bayerisches Betreuungsgeld
6. Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ - Unterstützung von schwangeren Frauen in Notlagen

1. Mutterschaftsgeld

Wann bekommt man Mutterschaftsgeld?

Mutterschaftsgeld erhalten Arbeitnehmerinnen während der Schutzfristen 6 Wochen vor der Geburt und bis 8 Wochen nach der Geburt. Bei Mehrlings- und Frühgeburten bis 12 Wochen nach der Geburt.

Wer erhält Mutterschaftsgeld?

  1. Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die pflichtversichert oder freiwillig versichert  mit Krankengeldanspruch sind (z.B. Arbeitnehmerinnen und Arbeitslose)
  2. in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversicherte Frauen mit einer geringfügigen Beschäftigung
  3. in der privaten Krankenversicherung Versicherte

Wie hoch ist das Mutterschaftsgeld?

  1. 13 € täglich von der Krankenkasse plus Arbeitgeberzuschuss in Höhe der Differenz zum durchschnittlichen Nettoarbeitsentgelt. Arbeitslose erhalten Mutterschaftsgeld in Höhe des ALG I.
  2. einmaliges Mutterschaftsgeld von bis zu 210 € durch das Bundesversicherungsamt plus evtl. Arbeitgeberzuschuss.
  3. einmaliges Mutterschaftsgeld bis zu 210 € durch das Bundesversicherungsamt plus Arbeitgeberzuschuss in Höhe der Differenz zwischen 13 € täglich und dem durchschnittlichen Nettoarbeitsentgelt

Wo ist das Mutterschaftsgeld zu beantragen?

  1. bei der Krankenkasse sieben Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin mit Attest über den Entbindungstermin; ggf. ALG I - Bescheid
  2. beim Bundesversicherungsamt in Bonn, Tel. 0228/619-1888 oder www.mutterschaftsgeld.de und dem Arbeitgeber
  3. beim Bundesversicherungsamt und dem Arbeitgeber

Wo gibt es weitere Informationen?

Broschüre „Mutterschutzgesetz Leitfaden zum Mutterschutz“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, www.bmfsfj.de

Die Caritas Schwangerschaftsberatung informiert über alle gesetzlichen Regelungen und finanziellen Leistungen und hilft bei der Antragstellung.
Terminvereinbarung unter 0981 97168-20

2. Kindergeld

Unter welchen Voraussetzungen erhält man Kindergeld?

Kindergeld wird unabhängig vom Einkommen grundsätzlich bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt, bei Ausbildung und Arbeitssuche länger. Es kann längstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Ausnahme: Behinderung des Kindes

Wie hoch ist das Kindergeld?

Kindergeld wird monatlich gezahlt
192,00 € jeweils für die ersten zwei Kinder
198,00 € für ein drittes Kind
223,00 € für jedes weitere Kind

Wo ist das Kindergeld zu beantragen?

Schriftlich bei der Familienkasse bei der Agentur für Arbeit bzw. Angehörige des öffentlichen Dienstes beim Arbeitgeber

Wo gibt es weitere Informationen?

Broschüre „Merkblatt Kindergeld“, Bundeszentralamt für Steuern oder im Internet www.familienkasse.de

3. Elterngeld: Basiselterngeld / ElterngeldPlus / Partnerschaftsbonus

Was ist Elterngeld?

Elterngeld ist eine Entgeltersatzleistung während einer beruflichen Auszeit nach der Geburt/ Adoptionspflege des Kindes.
Elterngeld wird für Lebensmonate des Kindes gewährt. Der Lebensmonat beginnt mit dem Tag der Geburt und endet im folgenden Monat am Vortag des Geburtstages.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Anspruch auf Elterngeld haben Mütter und Väter, die

  • ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind
  • mit ihrem Kind in einem Haushalt leben und
  • einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben

Elterngeld können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Beamtinnen und Beamte, Selbständige und ebenso Erwerbslose oder Hausfrauen und Hausmänner erhalten. Auch Auszubildende und Studierende erhalten Elterngeld, die jeweilige Ausbildung muss nicht unterbrochen werden. Teilzeit - Erwerbstätigkeit, die 30 Wochenstunden im Durchschnitt eines Bezugsmonats nicht übersteigt, ist während des Elterngeldbezuges möglich.

Keinen Anspruch auf Elterngeld haben Elternpaare, die im Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro hatten, bei Alleinerziehenden mehr als 250.000 Euro.

Basiselterngeld

  • In den ersten 14 Monaten nach der Geburt eines Kindes können sich Eltern ihrem Kind widmen und erhalten 65 bis 100 Prozent ihres Gehaltes vor der Geburt. Dabei stehen monatlich mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro zur Verfügung.
  • Müttern und Vätern stehen zwölf Monatsbeträge zur Verfügung, die sie untereinander aufteilen können. Wenn beide Eltern das Elterngeld nutzen und ihnen Erwerbseinkommen wegfällt, wird für zwei zusätzliche Monate (Partnermonate) Elterngeld gezahlt.
  • Möchte nur ein Elternteil das Elterngeld in Anspruch nehmen, wird mindestens für zwei und höchstens für zwölf Monate gezahlt.
  • Eine Teilzeittätigkeit mit bis zu 30 Wochenstunden ist auch mit dem Elterngeld möglich.
Elterngeld bei Mehrlingsgeburten:
Anspruch für den ersten Mehrling plus 300 € Mehrlingszuschlag für weitere Mehrlinge.

Geschwisterbonus:
Das zustehende Elterngeld erhöht sich um 10 %, mindestens aber um 75 Euro bei einem weiteren Kind unter 3 Jahren oder 2 Kindern unter 6 Jahren. Sonderregelungen gelten für aufgenommene Kinder und Kinder mit Behinderung.

Regelung für Alleinerziehende:
Alleinerziehende können allein bis zu 14 Monate Elterngeld erhalten. Bedingung ist, dass das Kind nur bei einem Elternteil wohnt und dieser die Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und nach § 24b EStG erfüllt.

ElterngeldPlus

  • ElterngeldPlus richtet sich vor allem an Eltern,die früh in den Beruf zurückkehren möchten.
  • Es berechnet sich wie das Elterngeld, beträgt aber nur maximal die Hälfte des Elterngeldbetrages, der Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde.
  • Dafür wird für den doppelten Zeitraum gezahlt: ein Elterngeldmonat = zwei ElterngeldPlus-Monate.
  • Damit profitieren Eltern vom ElterngeldPlus auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus und gewinnen mehr Zeit für sich und ihr Kind.

Partnerschaftsbonus

  • Eine partnerschaftliche Aufteilung von Familie und Beruf wird mit vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten pro Elternteil unterstützt, wenn beide Eltern in vier aufeinanderfolgenden Monaten gleichzeitig 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten.
  • In gleicher Weise werden auch Alleinerziehende gefördert: Arbeiten sie in vier aufeinanderfolgenden Monaten in Teilzeit zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie ebenfalls vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate.

Wie und wo kann Elterngeld beantragt werden?

Der Elterngeldantrag ist schriftlich nach der Geburt innerhalb von 3 Monaten zu stellen. Vordrucke für den Antrag gibt es bei den Standesämtern und bei den Elterngeldstellen. Der Antrag kann auch online gestellt werden. Info unter www.zbfs.bayern.de
Elterngeld ist zu beantragen beim
Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS),
Region Mittelfranken
Bärenschanzstr. 8a, 90429 Nürnberg
0911 928-0

Wo gibt es weitere Informationen?

Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, www.bmfsfj.de

Die Caritas Schwangerschaftsberatung informiert bei Fragen zu Elterngeld und Elternzeit und hilft bei der Antragstellung.
Terminvereinbarung unter 0981 97168-20

4. Bayerisches Landeserziehungsgeld

Wer erhält Landeserziehungsgeld?

Alle Mütter und Väter, die

  • mit ihrem Kind in einem Haushalt leben
  • nicht mehr als 30 Stunden/ Woche arbeiten
  • ihr Kind selbst betreuen und erziehen
  • seit mindestens 12 Monaten in Bayern wohnen
  • das Staatsangehörigkeitskriterium erfüllen
  • die Einkommensgrenzen nicht überschreiten
  • den Nachweis über die U6 bzw. U7 erbringen können

Wie hoch ist das Landeserziehungsgeld?

Landeserziehungsgeld wird gewährt im Anschluss an das Elterngeld, frühestens ab dem 13. Lebensmonat, längstens bis zum 36. Lebensmonat:

  • beim 1. Kind max. 150 Euro für 6 Monate
  • beim 2. Kind max. 200 Euro für 12 Monate
  • beim 3. Kind und weiteren Kindern max. 300 Euro für 12 Monate

Wo kann Landeserziehungsgeld beantragt werden?

Das Antragsformular kann bei den Standesämtern und Elterngeldstellen bezogen werden.
Antragstellung bei:
Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS)
Region Mittelfranken
Bärenschanzstr. 8a, 90429 Nürnberg
0911 928-0
www.zbsf.bayern.de

Die Caritas Schwangerschaftsberatung informiert bei Fragen zum Landeserziehungsgeld und hilft bei der Antragstellung. Terminvereinbarung unter 0981/9716820.

  • 5. Bayerisches Betreuungsgeld

    Wer hat Anspruch auf Betreuungsgeld?

    Grundsätzlich hat Anspruch, wer

    • seine Hauptwohnung oder gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern hat
    • mit seinem Kind in einem Haushalt lebt
    • für das Kind keinen Platz in der öffentlich geförderten Kindertagesbetreuung (Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege) in Anspruch nimmt
    • die altersentsprechende Früherkennungsuntersuchung durchgeführt hat

    Das Betreuungsgeld wird unabhängig davon gezahlt, ob und in welchem Umfang die Eltern erwerbstätig sind. Es ist einkommensunabhängig.

    Wie hoch ist das Betreuungsgeld und wie lange wird es bezahlt?

    • 150,--€ pro Monat für jedes Kind
    • längstens für 22 Lebensmonate
    • es kann grundsätzlich vom 15. Lebensmonat bis zum Ende des 36. Lebensmonats bezogen werden, in Ausnahmefällen ab 13. Lebensmonat
    • es kann rückwirkend für höchstens 3 Monate vor Antragstellung gezahlt werden

    Bayerische Betreuungsgeld, Bayerisches Landeserziehungsgeld und ElterngeldPlus können unabhängig voneinander und gleichzeitig bezogen werden.

    Wo kann das Bayerische Betreuungsgeld beantragt werden?

    Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS)
    Region Mittelfranken
    Bärenschanzstr. 8, 90429 Nürnberg
    0911 928-0
    www.zbsf.bayern.de

    Zentrales Servicetelefon Betreuungsgeld des ZBFS unter
    0931 32090929

    Die Caritas Schwangerschaftsberatung informiert bei Fragen zum Betreuungsgeld und hilft bei der Antragstellung. Terminvereinbarung unter 0981 97168-20


    6. Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“
        Unterstützung von schwangeren Frauen in Notlagen

    Wer erhält die Hilfe?

    Schwangere, die

    • eine ärztliche Bescheinigung über die bestehende Schwangerschaft vorlegen, z.B. Mutterpass
    • ihren Wohnsitz in Bayern haben
    • bereit sind, eine persönliche Beratung anzunehmen und
    • in ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen leben

    Stiftungsleistungen sind freiwillige Schenkungen, es besteht kein Rechtsanspruch.

    Welche Hilfen sind möglich?

    Die Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ vergibt auf Antrag spezielle Beihilfen zu Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes üblicherweise anfallen. Art und Höhe der Leistungen richten sich immer nach der jeweiligen Situation im Einzelfall.
    Leistungen können ggf. bis zum dritten Geburtstag des Kindes gewährt werden.
    Es müssen alle anderen Hilfen und gesetzlichen Leistungen vorrangig ausgeschöpft werden.

    Wo kann ein Landesstiftungsantrag gestellt werden?

    Ein Erstantrag muss vor der Geburt in Schwangerschaftsberatungsstellen gestellt werden. Die Beratung ist streng vertraulich und kostenlos.

    Um Terminvereinbarung wird gebeten:
    Katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, Caritasverband Ansbach,
    Bahnhofsplatz 11, 91522 Ansbach
    Tel 0981 97168-20
    schwangerschaftsberatung@caritas-ansbach.de

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